Geschichte

1954 bis 1983

Die Katharinen Kirche an der Hauptwache in Frankfurt am Main

Nachdem die im Krieg zerstörte Katharinenkirche im Jahr 1954 wieder aufgebaut war, wurde Ingrid Stieber zur ersten Organistin berufen. Unverzüglich begann sie, auch Sängerinnen und Sänger um sich zu sammeln, und bald formierte sich daraus ein gemischter Chor. Am 25. November 1956 gab die Kantorei St. Katharinen ihr erstes Konzert mit Bachs Kantaten „Komm, du süße Todesstunde“ und „Christus, der ist mein Leben“.

Im selben Jahr gründete Ingrid Stieber die „Vereinigung zur Förderung der Kirchenmusik an St. Katharinen“, um die musikalische Arbeit auch finanziell auf eine solide Basis zu stellen. Bis heute ist die Vereinigung der Veranstalter aller musikalischen Aktivitäten in der Katharinenkirche. Das hohe Niveau der Chorkonzerte verdankt sich zu einem erheblichen Teil auch den Beiträgen und Spenden dieses Fördervereins.

Gesungen wurden in den ersten Jahren vor allem A-Capella-Werke von Buxtehude, Schütz und Bach, aber auch von Bruckner und Distler. In den sechziger Jahren wagte sich der Chor erstmals an die Bachschen Oratorien und begründete damit eine Aufführungstradition, die bis heute gepflegt wird. 1964 begab sich die Kantorei auf eine erste Konzertreise nach Spanien.

1983 bis 1998

Nach 29 Jahren Kirchenmusik an St. Katharinen trat Ingrid Stieber 1983 in den Ruhestand. Ihr Nachfolger als Organist und Kantor wurde Martin Lücker. Unter seiner Stabführung sang der Chor auch seltener gehörte Werke. Einen Höhepunkt stellte die Aufführung der Brockes-Passion von Georg Philipp Telemann im Jahr 1994 dar. 1716 war dieses Werk, dessen Schöpfer zu jener Zeit als städtischer Musikdirektor in Frankfurt wirkte, in St. Katharinen uraufgeführt worden. Nun kehrte es anlässlich der 1200-Jahrfeier der Stadt dorthin zurück.

Zum 40-jährigen Bestehen der Kantorei gestalteten die Katharinen-Sängerinnen und -Sänger ein gemeinsames Konzert mit Mönchen eines tibetanischen Klosters zum Thema „Leben, Tod und Wiedergeburt“.

1998 bis heute

Ende 1998 übernahm Martin Lücker eine Professur an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst und gab die Leitung der Kantorei ab, um sich ganz dem Orgelspiel zu widmen. Neuer Kantor ist seitdem Michael Graf Münster. Er legt seinen Schwerpunkt insbesondere auf die Kultivierung des Klanges und den Einklang von Musik und Wort.

Unter seiner Leitung erarbeitete sich die Kantorei für sie neue Werke wie Monteverdis „Marienvesper“, Händels „Jephta“ oder Schuberts Messe in Es-Dur und führte sie mit namhaften Künstlerinnen und Künstlern auf. Außerdem wurden die BachVespern ins Leben gerufen, und seit einigen Jahren beteiligt sich die Kantorei auch an der Chormeile beim Frankfurter Museumsuferfest. Hier geht es dann durchaus auch einmal weltlich-locker zu, beispielsweise mit Brahms’ Liebeslieder-Walzern.

Ausführliche Informationen zur Geschichte des Chors finden Sie in der Festschrift „50 Jahre Kantorei St. Katharinen“. (pdf, 4 MB)